Projekt „Sport ohne Barrieren“

„Novuss eint, bindet und begeistert“

Viele Menschen, die mit dem Rhythmus unserer schnelllebigen Zeit nicht mithalten können, haben es immer schwerer den Kontakt mit ihren Mitmenschen aufrecht zu erhalten. Dieses Phänomen kann quer durch sämtliche Gesellschaftsschichten beobachtet werden, und ist nicht nur an das Alter, sondern auch an den gesundheitlichen (körperlichen) Zustand gebunden.

Viele Initiativen versuchten auf unterschiedliche Weisen, diesen Vereinsamungsprozess entgegen zu wirken und die größte Herausforderung dabei war natürlich die Vermeidung der positiven Diskriminierung.

NOVUSS, oder auch noch „Scheiben-Billard“ genannt, ist einerseits ein Spiel und andererseits eine Sportart für die es sogar Europa- und Weltmeisterschaften gibt. Die Spielweise erinnert an Billard, mit dem Unterschied, dass der Spieltisch vollständig aus Holz gefertigt ist, die Kugeln durch Scheiben ersetzt werden und die Queues leichter sind.

Novuss ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene (Familiensport), für „Fußgänger“ und für Rollstuhlfahrer, für hörige und gehörlose Menschen geeignet und leicht erlernbar. Gefordert werden Geschick, Sehschärfe, Reaktion, Genauigkeit und die Fähigkeit voraus zu denken.

Konzeptidee: Herr Alexander Grosny (Deutscher Novuss-Sport Verband e.V.), Herr Silvio Sagramola (Info-Handicap, Luxemburg)

Mit NOVUSS versuchen die Projektpartner eine Alternative zu typisch «soziallastigen» Initiativen anzubieten. Das Projekt „Sport ohne Barrieren“ baut auf folgenden Parametern auf:

  • NOVUSS-Tische sind nicht teuer, können ganz unproblematisch überall aufgestellt werden und lassen sich leicht in einem normalen PKW transportieren; 
  • Die Regeln und die Spielweise von NOVUSS sind leicht zu erlernen und die Perfektion hängt einzig und allein von der Intensität des Trainings ab; 
  • NOVUSS kann von 2 oder 4 Spielern gleichzeitig gespielt werden und setzt keine besonderen körperliche oder intellektuelle Fähigkeiten voraus; 
  • NOVUSS kann als « Gesellschaftsspiel » auf Freizeitbasis gespielt werden, oder als « sportliche Aktivität » mit Wettkampfcharakter trainiert werden; 
  • Das Spiel ist für die Spieler genau wie für die Zuschauer interessant und bietet sich also für alle Gelegenheiten an, wo Menschen zusammen kommen oder zusammen geführt werden sollen; 
  • Da das gesamte Material, vom Tisch, über die Scheiben und Queues relativ unempfindlich ist, kann NOVUSS in allen möglichen Bereichen eingesetzt werden.

Aufgabe des lokalen Projektpartners ist der Aufbau von Kontakten, die zu einer festen Etablierung von NOVUSS führen sollen. Diese Etablierung geschieht im günstigsten Fall durch die Eingliederung von NOVUSS in einen neuen oder einen bestehenden Verein und die Anerkennung von NOVUSS als offizielle Sportart in Deutschland und anderen Ländern mit allen Aspekten, die eine solche Anerkennung mit sich bringt. Novuss-Sport bietet Menschen mit Handicaps (oder Gehörlosen) einzigartige Möglichkeiten, sich selbst und in Gemeinschaft mit anderen zu bestätigen.

In der Praxis bedeutet das:

  • Es wird ein Lokal gebraucht, wo mehrere NOVUSS-Tische aufgestellt werden können, und NOVUSS gespielt werden kann: dieses Lokal sollte einerseits den Rahmen für regelmäßige Trainingseinheiten und andererseits die Möglichkeit bieten, zusammen zu kommen, sich auszutauschen und das Spiel zu beobachten. Günstig wäre zum Beispiel der Ausschank in einer Sporthalle, die zudem den Vorteil der Barrierefreiheit haben sollte. 
  • Damit das Spiel in einem strukturierten Rahmen gespielt werden kann, sollte es innerhalb eines Vereins angeboten werden (entweder neu zu gründender Verein oder bestehender Verein): dieser Verein müsste auch einen Trainer anbieten können, der sowohl den Freizeitbereich als auch den Wettkampfbereich des Spiels betreuen könnte. 
  • Während der freizeitliche Aspekt des Spiels weitgehend von der Atmosphäre des Trainingslokals beeinflusst wird, muss der wettkämpferische Aspekt durch offizielle Anerkennung des Olympischen und Paralympischen Komitees unterstützt werden, wobei besonders der integrative Charakter hervorgehoben werden muss, da es sich sowohl an Jung und Alt, an Männer und Frauen, an behinderte als auch an nicht-behinderte (Spitzen)-Sportler richtet. Es ist in der Tat eine der wenigen Sportarten, bei der behinderte Sportler ohne Benachteiligung gegen nicht-behinderte Sportler erfolgreich antreten können.

Mögliche Implementierung des NOVUSS-Projektes:

  1. Kontakt mit bestehendem Billard-Verband um zu erwägen inwiefern eine Zusammenarbeit möglich ist, Kontakte zu Freizeit- oder Sportvereinen um NOVUSS zu integrieren; 
  2. Kontakt mit bestehendem Verband oder Kommune, um Trainingsmöglichkeiten für NOVUSS zu finden, oder Kontakt mit Ausschank in einer Sporthalle; 
  3. Klärung der Zusammenarbeit zwischen dem lokalen NOVUSS-Vereinen, lokalem Verband, dem „Deutschen Novuss-Sport Verband e.V.“ (DNSV) und Federation International of Novuss-Sport Organizations (F.I.N.S.O); 
  4. Kontakt mit dem International Paralympic Committee (IPC), mit dem Deutschen und Europäischen Gehörlosen-Sportverband, Deutschen Olympischen Sportbund, Deutschen Behindertensportverband, Deutschen Rollstuhl-Sportverband, mit der Sporthochschule Köln und mit der Deutschen Sportjugend, um den „integrativen“ Aspekt von NOVUSS vorzustellen und die Ausbildung von Trainern zu organisieren; 
  5. Präsentationen und Workshops; 
  6. Verbreitung des Projektes in allen europäischen Ländern; 
  7. Eintragung des Sportspiels „Novuss“ im Angebot des Rollstuhlsports; 
  8. Pressekonferenz und ähnliche Aktionen um NOVUSS vorzustellen.